BBK Verabschiedung von Dieter Julius

10 Jahre Bürgerbus Fahrer in Kreuztal !

Nach zehn Jahren beendet Dieter Julius seinen aktiven Fahrereinsatz beim Bürgerbus Kreuztal. In dieser Zeit war er für viele Kreuztalerinnen und Kreuztaler ein verlässlicher Ansprechpartner und ein vertrautes Gesicht auf den Fahrten, insbesondere auf den Wegen von zu Hause zum Marktplatz.

„Es hat mir immer Spaß gemacht, Kreuztaler Bürger von zu Hause zum Marktplatz zu fahren, Neuigkeiten auszutauschen und einfach im Gespräch zu bleiben“, fasst er seine Motivation zusammen. Besonders in Erinnerung geblieben ist ihm ein Erlebnis, bei dem eine Fahrgastin ihr Portemonnaie im Bus vergessen hatte, den Bürgerbus kurzerhand mit dem Fahrrad einholte und ihr Eigentum dank seiner Aufmerksamkeit wieder in Empfang nehmen konnte. Anschließend brachte Dieter Julius sie samt Fahrrad sicher wieder nach Hause – ein Beispiel für das Engagement und die Menschlichkeit, die den Bürgerbus prägen. Da seine Fahrerlaubnis nun abgelaufen ist, beendet er mit 75 Jahren den aktiven Fahrdienst. Dem Bürgerbus Kreuztal bleibt er jedoch weiterhin eng verbunden: Künftig wird er sich im Vorstand engagieren und sich mit Nachdruck dafür einsetzen, neue Fahrerinnen und Fahrer für den Bürgerbus zu gewinnen.
Wenn SIe Bürgerbusfahrer werden wollen, rufen Sie an Tel. 02732-12741

BBK – On-Demand-Verkehr

Bürgerbus Kreuztal stellt auf On-Demand um – Service näher an der Haustür

Der Bürgerbus Kreuztal wird noch fahrgastfreundlicher und zukunftsfähiger. Seit dem 5. Januar 2026 stellt der Neunsitzer (inklusive Fahrer) seinen bisherigen Linienverkehr vollständig auf On-Demand-Verkehr um. Damit ist der Bürgerbus Kreuztal einer der ersten Bürgerbusvereine in der Region – und der erste in Südwestfalen mit einer konsequent flächendeckenden Umsetzung dieses Systems. Künftig ergänzen 29 zusätzliche „virtuelle“ Haltestellen die bislang rund 140 festen Haltepunkte mit H-Schild. Diese haustürnahen Stopps sind im Linienplan verzeichnet und ermöglichen es, Fahrgäste wohnortnah aufzunehmen und abzusetzen – insbesondere abseits der Hauptstraße und außerhalb des regulären VWS-Linienverkehrs. In seiner Vorplanung für den Genehmigungsantrag hatte der Vorsitzende Achim Walder sogar rund 5.000 geeignete Kreuztaler Hausnummern geprüft, die als virtuelle Haltestellen infrage kommen könnten.

„Wir sind einer der ersten Bürgerbusvereine hier in der Region, der dieses Konzept fährt – und zwar flächendeckend für ganz Kreuztal“, erklärt Achim Walder, der den Bürgerbus Kreuztal seit 28 Jahren als Vorsitzender begleitet. Der Verein wurde als 27. Bürgerbus in Nordrhein-Westfalen gegründet – mit dem klaren Ziel, Mobilität dort anzubieten, wo die Menschen wohnen. „Wir kehren damit zu unserer ursprünglichen Idee zurück“, so Walder. „Das On-Demand-System gibt uns endlich die Möglichkeit, dieses Ziel rechtlich sauber und praktisch umzusetzen.“ Möglich wurde die Angebotserweiterung durch eine Änderung im Personenbeförderungsgesetz, die bedarfsgerechte Verkehrsformen ausdrücklich erlaubt. Schon seit Jahren setzt der Bürgerbus auf das Prinzip „Rufbus“: Gefahren wird nach telefonischer Vorbestellung. Der Fahrplan bleibt verbindlich, orientiert sich nun jedoch noch stärker an den realen Bedürfnissen der meist älteren Fahrgäste. Fast die Hälfte ist mobilitätseingeschränkt, viele sind mit Rollator unterwegs. „Gerade für ältere Menschen machen wenige hundert Meter einen enormen Unterschied“, betont Walder.

Der On-Demand-Bürgerbus ist bewusst keine Konkurrenz zum Taxi. Die BBK-Haltestellen werden werktags zwischen 8 und 18 Uhr und maximal viermal täglich angefahren. Fahrten sind ausschließlich zwischen einer BBK-Haltestelle und dem Marktplatz in Kreuztal – hin und zurück – möglich. „Wir ergänzen den bestehenden Verkehr, wir ersetzen ihn nicht“, stellt Walder klar. „Der Bürgerbus ist ein soziales Angebot und kein gewerblicher Fahrdienst.“ Gebucht werden kann werktags zwischen 9 und 10 Uhr sowie von 13 bis 14 Uhr unter der Telefonnummer (02732) 8983999. Die Fahrtwünsche werden zentral entgegengenommen und direkt auf ein Tablet im Fahrzeug übermittelt. Dadurch werden im Vergleich zum früheren Linienverkehr mehr als 60 Prozent der gefahrenen Kilometer eingespart. „Früher sind wir alle Haltestellen abgefahren – auch wenn niemand da war“, berichtet ein ehrenamtlicher Fahrer. „Jetzt fahren wir nur noch dann, wenn wir wirklich gebraucht werden.“

Getragen wird das Angebot von rund 20 ehrenamtlich tätigen Fahrerinnen und Fahrern, die werktags bis zu zehn Stunden im Einsatz sind. Im Jahr 2025 wurden rund 6.500 gebuchte Fahrten in etwa 2.500 Einsatzstunden durchgeführt – ein starkes Zeichen für ehrenamtliches Engagement und gelebte Solidarität. Bei einem Zusammentreffen mit der Fahrermannschaft im Gartencenter Risse würdigte VWS-Geschäftsführer Jörg Mühlhaus die Entwicklung des Vereins mit den Worten: „Ich weiß, was Sie in den letzten sechs Jahren durchgemacht haben.“ Sein VWS-Kollege Stephan Degen ergänzte anerkennend: „Der Herr Walder wird uns weitertreiben“, und stellte zugleich in Aussicht: „Wenn sich entsprechende Nachfrage entwickelt, werden wir auch noch mal nachsteuern.“ Damit erscheint es durchaus denkbar, dass sich die Zahl der virtuellen und haustürnahen Haltestellen künftig weiter erhöhen wird.

Die Umsetzung des neuen Systems erfolgt in enger und vertrauensvoller Zusammenarbeit mit dem Verkehrsunternehmen Westfalen-Süd sowie den politisch Verantwortlichen vor Ort und der Bezirksregierung Arnsberg. Auch über Kreuztal hinaus wird das Modell aufmerksam verfolgt. Besonders in Wilnsdorf zeigen die dortigen Bürgerbus-Anbieter Interesse an einer ähnlichen Einführung des On-Demand-Verkehrs. Mit der vollständigen Umstellung auf On-Demand verbindet der Bürgerbus Kreuztal moderne Technik, bürgernahen Service, soziale Verantwortung und ehrenamtliches Engagement. Unter der Leitung von Achim Walder und mit Unterstützung von Jörg Mühlhaus und Stephan Degen setzt der Bürgerbus damit ein starkes Zeichen für flexible, inklusive und zukunftsfähige Mobilität in Südwestfalen – näher an der Haustür und näher an den Menschen.

BBK-Weihnachtsfeier 2025

Rückblick auf ein bewegtes Jahr 2026

Im Rahmen der Weihnachtsfeier des Bürgerbus Kreuztal zog Friedhelm Zander eine positive und motivierende Bilanz des Jahres 2026. Das vergangene Jahr war geprägt von zahlreichen gemeinsamen Aktivitäten, intensiven Begegnungen und wichtigen Weichenstellungen für die Zukunft des Bürgerbusses.

Ein besonderer Höhepunkt war die Herbstfahrt in den Harz mit Besuchen in Wernigerode und Goslar sowie einer eindrucksvollen Fahrt mit der historischen Dampfeisenbahn auf den Brocken. Ebenso in guter Erinnerung blieb die Teilnahme an den Feierlichkeiten zum 25-jährigen Bestehen des Bürgerbus Bad Laasphe, die den Austausch und die Verbundenheit der Bürgerbusvereine weiter gestärkt haben.
Traditionell fand auch in diesem Jahr wieder das Bosseln mit anschließendem Reibekuchenessen in Littfeld statt, organisiert gemeinsam mit Henning Müller – ein fester Termin, der Gemeinschaft und Geselligkeit verbindet. Ergänzt wurde das Jahresprogramm durch das Sommerfest, das Söddeschießen in Meiswinkel sowie den gut besuchten Bürgerbus-Infostand auf dem Marktplatz, der viele Gespräche mit Bürgerinnen und Bürgern ermöglichte.
Besonders hervorgehoben wurden auch die konstruktiven Gespräche mit Michael Kolodzig und Philipp Krause, die den Bürgerbus Kreuztal politisch und organisatorisch weiter vorangebracht haben.
Abschließend blickte Friedhelm Zander auf eine zentrale Neuerung: Mit dem neuen Fahrplan für den On-Demand-Verkehr ab 2026 wird der tägliche Einsatz von bisher zwölf auf zehn Stunden angepasst. Diese Änderung sorgt für eine effizientere Organisation und schafft zugleich eine nachhaltige Grundlage für den künftigen Betrieb.


Zum Abschluss der Weihnachtsfeier wurden verdiente Mitglieder für ihr besonderes Engagement geehrt. Ingrid Walder erhielt Anerkennung für die engagierte Organisation und sorgfältige Planung der Harzfahrt, die für viele Teilnehmer ein besonderer Höhepunkt des Jahres war. Ebenso wurden Wolfgang Kirsch und Fritz Rost für ihren langjährigen, zuverlässigen Einsatz als Fahrer  und der Einteilung der Fahrerinnen und Fahrer gewürdigt. Armin Weber wurde für seine Unterstützung bei der Fahrzeugpflege gedankt. Die Ehrungen machten deutlich, dass der Erfolg des Bürgerbus Kreuztal vor allem auf dem persönlichen Engagement und der großen Einsatzbereitschaft seiner Mitglieder beruht.
Der Rückblick machte deutlich: Der Bürgerbus Kreuztal lebt vom Engagement seiner Mitglieder, von starken Partnerschaften und von der gemeinsamen Motivation, auch in Zukunft mobil, flexibel und bürgernah unterwegs zu sein.