‚Dankbarkeit ist unser Lohn!‘

Kreuztaler Bürgerbusfahrer (c) Fotos: Anja Bieler-Barth

Kreuztaler Bürgerbusfahrer (c) Fotos: Anja Bieler-Barth

KREUZTAL Bürgerbus-Fahrer erzählten aus 20 Jahren bewegenden Ehrenamts auf den Straßen am Fuße des Kindelsbergs. Manche Fahrgäste entfliehen im Büschen ihrer Einsamkeit, andere feiern dort in fröhlicher Runde ihren 80. Geburtstag.
Sie übernehmen ein verantwortungsvolles Ehrenamt, das vielen Mitbürgern einen verlässlichen Service und ein bedeutsames Plus an Mobilität, das ihnen selbst aber auch Freude und Zufriedenheit beschert: Rund 25 Männer und Frauen nehmen – abwechselnd natürlich – zurzeit regelmäßig am Lenkrad des Kreuztaler Bürgerbusses Platz und steuern mit dem Achtsitzer wochentags – Littfeld ausgenommen – die Kreuztaler Ortsteile sowie natürlich die Stadtmitte an. Anfang März vor 20 Jahren wurde der Linienbetrieb aufgenommen; seither haben mehrere Fahrer-„ Generationen“ insgesamt rund 200 000 Kilometer unter die Räder genommen – der vierte Kleinbus wurde vor zwei Jahren in Betrieb genommen.
In geselliger Runde plauderten einige der ehrenamtlichen Chauffeure des Vereins Bürgerbus Kreuztal nun über nette Begegnungen unterwegs und erzählten auch berührende sowie witzige Anekdoten, die nicht nur unterhaltsam sind: Sie verdeutlichen auch immer wieder die gesellschaftliche und soziale Bedeutung, die der damals kreisweit erste Bürgerbus bis heute innehat. Ziemlich am Anfang der Vereinshistorie, so erinnerte sich der „Spiritus rector“ und bis heute Vorsitzende Achim Walder, hatte einer der Fahrer einmal den Fahrplan, auf den sich die Kundinnen und Kunden ja verlassen, ins Wanken gebracht: An diesem Morgen habe es geschneit, und der Fahrzeuglenker war in Fellinghausen – offensichtlich während einer Leerfahrt – im Schnee steckengeblieben.
Er schloss den Achtsitzer ab und begab sich auf den Weg in die warmen und schneefreien vier Wände. Als Gefährt und Fahrer einige Zeit später vermisst wurden, tat er kund: Der Wagen müsse abgeschleppt werden. Es zeigte sich indes: Einmal zurückgesetzt, konnte die Fahrt wieder aufgenommen werden. Ein anderer Fahrer habe ebenfalls vorzeitig sein Zuhause angesteuert und sich wieder ins Bett gelegt: Also er dort telefonisch wieder aufgeschreckt wurde, ließ er unumwunden den Grund für den vorzeitigen Feierabend wissen: Er habe nur zwei Fahrgäste gehabt. Walder: „Auch hier mussten wir deutlich machen und ins Bewusstsein rufen, dass wir zwar ehrenamtlich arbeiten, aber einen Linienverkehr anbieten!“ Während der ersten fünf Monate stiegen 500 Gäste ein und aus. Heute sind es zwischen 800 und 1000 pro Monat.
Ein Stammgast ist in die Vereinsannalen eingegangen: Alma Oberländer war am 2. März 1998 die erste Passagierin. Inmitten eines Schneetreibens wartete sie in  unkernhees geduldig auf das Büschen. Als „Geschenk“ zu ihrem 87. Geburtstag wurde in der ersten Betriebswoche die Haltestelle „Syberg“ nachgerüstet. Und noch einmal sorgte die Seniorin für Schlagzeilen: Im Alter von 90 Jahren wurde sie als 20 000. Fahrgast mit einem Strauß Blumen und einem Präsent begrüßt. Ihr Kommentar hat sich in das kollektive Fahrergedächtnis eingebrannt: „Hädde ech datt jewosst, wör ech net bedjefahrn!“ In Osthelden sei einmal eine Frau mit Behinderung ausgestiegen, der Fahrer setzte die Tour Richtung Stadtmitte via Oberhees fort, berichtete er. Unterwegs fiel ihm, im Dunkeln, eine „zickzackfahrende“ Radlerin auf, die sich mit wehendem Mantel abstrampelte. In Kreuztal klopfte sie an die Scheibe und es zeigte sich: Es war die Ostheldenerin. Sie hatte ihre Handtasche im Bus liegen lassen, in der sich wichtige Utensilien wie Geldbeutel und Medikamente befanden. Das Rad habe sie sich flugs von Nachbarn geliehen. Der Fahrer pfiff dieses eine Mal auf das exakte Einhalten des Fahrplans und kutschierte Kundin samt Mountainbike bis vor die Haustür. Zahlreich sind die Stammgäste, die sich auf einem der Sitzplätze niederlassen – und dies auch schon mal wörtlich verstehen: Ein regelmäßiger Passagier machte einmal spontan einen Rückzieher. „Da sitzt jemand auf meinem Platz“, hatte die Nordsiegerländerin beim Einsteigen angemerkt und beim sofortigen Wiederaussteigen hinzugefügt: „Dann fahr ich erst morgen.“ Für eine betagte Stammkundin hielt der Bürgerbus einmal, es war kurz vor Weihnachten und sie war zu diesem Zeitpunkt der einzige Fahrgast – exakt vor ihrer Haustür. „Itz schdonn se mo ob“, lautete ihre „Sejerlänner“ Aufforderung an den Fahrer, der gehorchte und sodann innigst gedrückt wurde: „Diese Dankbarkeit der Bürgerinnen und Bürger ist unser Lohn“, betonte 2. Vorsitzender und Fahrer Wolfgang Kirsch im SZ-Gespräch. Der Bürgerbus ist ein wichtiges Gesprächsforum von sozialer und gesellschaftlicher Relevanz, zeigt die Erfahrung der Fahrer. Manchmal sei auch der Weg das Ziel. Eine Dame habe gleich mehrere Tickets gezogen und erläutert: Sie wolle nirgendwo aussteigen. Sie müsse einfach mal unter „Lü“. Ein Damen-Quartett löste eines Tages Vierer-Tickets, also gewissermaßen eine Stadtrundfahrt: Unterwegs dann knallten die Sektkorken, wurden Kaffee und Frikadellchen ausgepackt – wurde fröhlich rund zweieinhalb Stunden lang ein 80. Geburtstag gefeiert.
Immer wieder erleben es die Fahrer, dass selbst Kreuztaler Urgesteine während der „großen Stadtrundfahrt“ Straßen und Ecken erstmals in ihrem Leben entdecken. Chauffeur und Gast lernen sich während der Touren kennen, man hält ein Schwätzchen, erkundigt sich nach dem Wohlergehen – da gerät auch heute noch durchaus in Vergessenheit, dass der Bürgerbus einen klaren Zeitplan einhalten muss. Und so meinte es ein Ferndorfer Stammpassagier jüngst ernst, als er Fahrer Erhard Klappert in Höhe des Irlenhofs aufforderte, der „Jong“ solle mal anhalten: Er wolle schnell zehn Eier kaufen. Das gab der Fahrplan leider nicht her.
Wo Extra-Service leistbar ist, wird er aber angeboten. So wurde z. B. schon mehr als eine Palette Stiefmütterchen donnerstags ohne deren Eigentümerin durchs halbe Stadtgebiet kutschiert: Eine Stammkundin hatte sie auf dem Wochenmarkt erworben und zeitig im Bus deponiert, bevor sie weitere Besorgungen erledigte und eine Tour später erst selbst wieder Richtung heimatlicher Scholle kutschiert wurde. Zwiebeln und Duffeln kullern donnerstags nicht selten durch den Gang. Das häufigste „Trinkgeld“ für die Chauffeure: Äpfel und Bananen.
Sie haben Freude an ihrem Ehrenamt und wollen der Gesellschaft etwas von dem zurück geben, was ihnen selbst während ihres bisherigen Lebens an Gutem widerfahren ist, betonten viele der Fahrer – auch wenn einige von ihnen gewissermaßen in ihr Glück „geschubst“ wurden, denn: Immer wieder werde er von Ehefrauen angesprochen, erzählte Achim Walder lachend. Der Tenor: Der Mann sei jetzt Rentner, habe Zeit…. – „Papa ante portas“, sozusagen. Nicht nur Erhard Klappert aus Littfeld fand auf diese Weise zu einem ihn nun erfüllenden Hobby.
Bericht von Anja Bieler-Barth, Siegener Zeitung 5-1-2018

Weihnachtsfeier 2017

Am Samstag dem 25.11.2017 fand unsere Weihnachtsfeier mit 53 Personen im „Eichener Hamer“ statt. Um 18.00 Uhr eröffnete Achim Walder den offiziellen Teil, mit Ehrungen und Geburtstagen. Wir konnten einen neuen Fahrer (Matthias Hahn) in unseren Reihen begrüßen. Zwei ehemaligen Fahrern wurde zum 80 jährigen Geburtstag gratuliert, und letztendlich fünf Fahrer- und Vereinsjubiläen gefeiert. Für 10 Jahre Fahrtätigkeit wurde Michael Flender geehrt. Bei den 20-jährigen Jubiläen handelt es sich um die Gründungsmitglieder Achim Walder, der seit Anfang 1. Vorsitzender ist, und seine Frau Ingrid, und Elfrun Bernshausen. Auch Albrecht Kramer feierte, als Fahrer der 1.Stunde 20 Jahre Vereinsmitgliedschaft. Nach einem vorzüglichen Essen, und vielen regen Gesprächen endete der Abend um ca. 23.00 Uhr. Es war mal wieder eine „Runde“ Sache. (c) Wolfgang Kirsch

Pro-Bürgerbus NRW

Am Samstag den 14.Okt.2017 starteten wir um 11.00Uhr mit 6 Pers. in unserem Bus nach Lohmar, zur NRW-Verbandstagung Pro Bürgerbus NRW.

Aus Platzgründen konnten nur 2 Pers. an der Versammlung teilnehmen, die anderen 4 Pers. genossen das Rahmenprogramm, mit einer Stadtführung durch Siegburg. Es gab einige Neuigkeiten aus der Versammlung, und die Organisation der Veranstaltung kann man nur mit Bestens beurteilen. Gegen 18.00 Uhr kamen wir, nach einem erlebnisreichen Tag, wieder in Kreuztal an. (c) Wolfgang Kirsch

BBK-Fahrt 2017 nach Freiburg

Am 06.Okt.2017 starteten wir ab Kreuztal Bahnhof mit 16 Mitgliedern nach Freiburg. Bei regnerischem Wetter erlebten wir eine lehrreiche Altstadtführung, und beendeten den Tag mit einem genussreichen, gemeinsamen Abendessen und gemütlichem Beisammensein. Am nächsten Tag fuhren wir, bei strahlendem Sonnenschein mit der Höllentalbahn zum Titi- und Schluchsee, wo wir einen schönen Aussichtsturm erwanderten. Der Tag endete wieder mit einem Abendessen und anschließendem Absacker, in der Hotelbar. Am Sonntag spazierten wir noch durch die Freiburger Altstadt, und reisten dann gegen Mittag, gut gelaunt, wieder nach Hause. Alle Mitfahrer u.Fahrerinnen fanden die Organisation und Stimmung sehr gut, und meinten, dass wir im nächsten Jahr darauf aufbauen könnten. Leider hatten wir auf der Fahrt nach Freiburg viel Verspätung und zwei Zugasufälle. Tipps zum Bahnfahren in Europa finden sich auf der Internetseite Reisen in Europa mit Bahn.

BürgerBus Reichshof

Am Samstag, den 8-7-2017 besuchten uns die Mitglieder vom BürgerBus Reichshof aus dem Bergischen Land. In Reichshof steht die Beschaffung eines neuen Bürgerbus-Fahrzeugs an. Da wollte man sich über den Aus- und Umbau im Fahrzeug des BürgerBus Kreuztal informieren. Einzelsitze, Barrierefrei, mit Rollstuhlrampe oder Lift. Rückfahrkamera, Zielschilder und vieles mehr. Da konnte Wolfgang Kirsch, Armin Weber und Jörg Langenbeck ihren Erfahrungen aus dem Linienverkehr weitergeben.

Bürgerbus Kreuztal in Schüttdorf Ohne-Wettringen

Am 13. 05.2017 um 8.00 Uhr starteten sechs Mitglieder des Bürgerbusvereins Kreuztal  zu einem Juiläumsbesuch zum BB-Verein Schüttorf-Ohne-Wettringen. Bei Sonnenschein erreichten wir Schüttorf gegen 10 Uhr. In der Bürgerhalle, welche mit ca.300 Gästen voll besetzt war, fand ein kurzweiliger Festakt mit verschiedenen Darbietungen, Mittagesssen und um 15.00Uhr Kaffee und Kuchen statt. Vor der Halle waren ca 30 Bürgerbusse ausgestellt, von der Besichtigung haben wir viele Eindrücke mitgenommen. Es fanden auch Vorfürungen, mit Eigenbeteiligung, des Roten Kreuz und eines Überschlagsimmulators, statt.

Die Veranstaltung war sehr gelungen und kurzweilig. Um 18.00 Uhr trafen wir geschafft wieder in Kreuztal ein.          (c) Wolfgang Kirsch

Bürgerbus nach Littfeld – ein Dauerthema

Seit mehr als 19 Jahren bedient der Bürgerbus Kreuztal das Stadtgebiet. Ziel war es von Anfang an, mehr Mobilität für Bürger, besonders ältere Menschen, die einen langen Weg zur Bushaltestelle des normalen Linienverkehrs haben, zu erreichen. Deshalb wurden die Fritz-Erler-Siedlung mit ca. 2500 Einwohnern und Littfeld mit etwa. 2700 Einwohnern bei der Planung der BB-Linien nicht berücksichtigt. Zur Erlersiedlung und nach Littfeld besteht Mo. bis Fr. ein halbstündiger Busverkehr. Das wird im Nahverkehrsplan des Kreises Siegen-Wittgenstein als gute Anbindung bewertet.
Doch wiederholt und zuletzt in den vergangenen Wochen war Littfeld wieder Thema. Daraufhin wurden Versuchsfahrten auf verschiedenen möglichen Strecken durchgeführt. Dabei ergab sich, dass eine zusätzliche Fahrzeit von Weiterlesen

Mehr Geld für Bürgerbusse

Seit mehr als 19 Jahren trägt der Bürgerbus Kreuztal zur Verbesserung der Mobilität, besonders älterer Menschen, bei. Jeden Monat werden fast 900 Fahrgäste auf den Routen abseits des normalen Linienverkehrs in Kreuztal zum Marktplatz gefahren. Zum Teil sind die Wege von und zu den VWS-Haltestellen steil und beschwerlich, vor allem mit Einkaufstaschen. Viele dieser Kreuztaler BürgerInnen haben sich vorher von ihren Kindern und Enkeln zum Arzt oder Einkaufen fahren lassen. So ist der Fahrdienst des Bürgerbusses ein gern genutztes zusätzliches Angebot. Die FahrerInnen und Fahrer freuten sich über den Besuch des CDU-Landtagsabgeordneten Jens Kamieth. Viele Fragen nach dem Grund des Engagements für die Bürger, den Linienweg und auch die Meinung zur Erhöhung der NRW-Landesförderung für Bürgerbusse bestimmten den regen Austausch. So soll der Verein für die mehr als Weiterlesen